Besseres Rechnungsergebnis 2025
Die Erfolgsrechnung 2025 schliesst mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 291 707.48 ab. Im Vergleich zum budgetierten Defizit von Fr. 2 636 200 entspricht dies einer erfreulichen Besserstellung von Fr. 2 344 492.52.
Im Budget 2025 ist die Auflösung und die Einlage des Fonds für Entwicklung und Infrastruktur in die Ausgleichsreserve enthalten. Zur besseren Verständlichkeit wird diese buchhalterische Korrektur in den obenstehenden Ausführungen nicht berücksichtigt.
Das erfreuliche Ergebnis ist nebst einer konsequenten Ausgabendisziplin auch auf den geringeren Nettoaufwand in der Sozialhilfe sowie im Gesundheitswesen zurückzuführen. In der Sozialhilfe führten hohe Rückerstattungen zum positiven Ergebnis. Im Gesundheitswesen fiel der Gemeindebeitrag an das Alterszentrum Sonnhalde deutlich tiefer aus als erwartet. Auch das Schulwesen sowie nicht ausgeführte bzw. zurückgestellte Projektierungen im Strassenwesen trugen zur Ergebnisverbesserung bei.
Erfreulicherweise übertrafen verschiedene Erträge die Erwartungen. So zeigten sich bei den Einkommens- und Vermögenssteuern natürlicher Personen wesentliche Mehreinnahmen. Bei den kantonalen Steueranteilen lagen die Grundstückgewinnsteuern unter den Erwartungen.
Ergebnisverwendung
Der Fonds für Entwicklung und Infrastruktur in der Höhe von Fr. 6 696 336.32 wurde gemäss Budget ertragswirksam über die Erfolgsrechnung aufgelöst. Nach Abzug des Aufwandüberschusses 2025 von Fr. 291 707.48 verbleibt ein Restbetrag von Fr. 6 404 628.84. Dieser Betrag wurde gemäss den Ausführungen des im Jahr 2025 durchgeführten fakultativen Referendums zur Auflösung des Fonds für Entwicklung und Infrastruktur der Ausgleichsreserve zugewiesen.
Budget 2026 – Politische Gemeinde
Das Budget 2026 weist trotz intensiver Sparmassnahmen und mehrmaliger Überarbeitung einen Aufwandüberschuss von Fr. 1 883 500 (bei einem beantragten Steuerfuss von 110 %) aus. Dieses Ergebnis beinhaltet einen Gemeindebeitrag von Fr. 268 700 an das Alterszentrum Sonnhalde zur Deckung des budgetierten Defizits 2026.
Die Zunahme gegenüber der Rechnung 2025 ist grösstenteils auf gebundene Ausgaben zurückzuführen, auf welche die Politische Gemeinde keinen direkten Einfluss hat. Insbesondere höhere Nettoausgaben im Sozial- und Schulbereich tragen zum erhöhten Defizit bei. Zudem konnten einige Budgetpositionen aus unterschiedlichen Gründen nicht realisiert und müssen deshalb erneut ins Budget 2026 übertragen werden.
Beantragter Steuerfuss
Gemäss Finanzplanung ist auch in den kommenden Jahren mit Defiziten zu rechnen, die teilweise durch die vorhandenen Reserven zu kompensieren sind. Bei den Steuererträgen wird weiterhin mit einer Zunahme kalkuliert, die über dem kantonalen Durchschnitt liegt. Dadurch reduzieren sich in den Folgejahren die Finanzausgleichsbeiträge in einem ähnlichen Umfang.
Zudem weist die Planung in den kommenden Jahren einen grossen Investitionsbedarf aus – was zu einer Zunahme der Verschuldung führen wird. Dies betrifft insbesondere die Schulliegenschaften und den Strassenunterhalt. Die geplanten Defizite und der grosse Investitionsbedarf führen zu einem negativen Selbstfinanzierungsgrad. Dieser sollte mittelfristig wieder mindestens 80 % erreichen.
Die Gemeinde Kaltbrunn verfügt über eine solide Eigenkapitalreserve. Damit die notwendigen Investitionen realisiert und die Zunahme der Verschuldung begrenzt werden können, beantragt der Gemeinderat der Stimmbürgerschaft für das Jahr 2026, wie in der mehrjährigen Finanzplanung vorgesehen, eine Erhöhung des Steuerfusses von bisher 106 % um 4 % Prozentpunkte auf 110 %. Der daraus resultierende Mehrertrag beträgt Fr. 440 500. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass nebst der Anpassung des Steuerfusses zusätzliche Sparmassnahmen erforderlich sein werden.
Jahresrechnung 2025 – Alterszentrum Sonnhalde
Die Rechnung des Alterszentrums Sonnhalde schliesst mit einem effektiven Verlust von Fr. 57 720.36 ab (Vorjahr Defizit von Fr. 1 047 622.06). Budgetiert war ein Jahresverlust von Fr. 600 000. Dies führt zu einer Besserstellung von Fr. 542 279.64.
Das Jahr 2025 war von umfassenden Analysen geprägt, die aufgrund des Verlustes im 2024 notwendig wurden. Die Personalsituation wurde überprüft, Handlungsfelder definiert und gezielte Massnahmen umgesetzt. In den betroffenen Bereichen konnte bereits in der ersten Jahreshälfte der Personalbedarf gesenkt werden. Auch die Finanzen standen laufend im Fokus, um Optimierungspotenziale zu nutzen und die wirtschaftliche Stabilität zu stärken. Die Führungskultur im Alterszentrum Sonnhalde war zudem vom Leitungswechsel geprägt: Seit November 2024 führte Werner Amport das Zentrum ad interim, im Oktober 2025 übernahm Mirjam Seliner die Zentrumsleitung. Die neu konstituierte Kommission Alterszentrum Sonnhalde begleitete die Analysen eng und unterstützte die rasche Umsetzung der Massnahmen.
Beantragte Aufwandüberschussdeckung
Die Politische Gemeinde hat sowohl den Verlust 2025 als auch den nicht durch Reserven gedeckten Verlustvortrag 2024 in der Höhe von total Fr. 125 596.95 als Gemeindebeitrag übernommen (Budget Fr. 600 000). Der Gemeindebeitrag fällt somit rund Fr. 475 000 geringer als budgetiert aus. Trotz dieser erfreulichen Verbesserung ist zu beachten, dass die Erfolgsrechnung des Alterszentrums Sonnhalde ohne die Unterstützung der Gemeinde weiterhin einen Verlust aufweisen würde.
Budget 2026 – Alterszentrum Sonnhalde
Das Budget 2026 sieht bei einem Aufwand von Fr. 7 471 300 und einem Ertrag von Fr. 7 202 600 einen Verlust von Fr. 268 700 vor.
Verbesserung und Handlungsschwerpunkte. Für das Jahr 2026 wird mit einer Bettenbelegung von 98,5 % und einer durchschnittlichen BESAPflegestufe* von 4,5 gerechnet. Die Werte zeigen eine hohe Auslastung, einen steigenden Pflege- und Betreuungsbedarf und bilden eine zentrale Grundlage für die Budgetplanung.
Ausgaben und Investitionen wurden gezielt geplant, klar priorisiert und sorgfältig budgetiert. Das Alterszentrum Sonnhalde befindet sich auf dem Weg der finanziellen Verbesserung und Stabilisierung. Für das Jahr 2027 wird das Ziel einer schwarzen Null gesetzt. Gleichzeitig ist für 2026 mit deutlich steigenden Kosten bei der Prämie der Krankentaggeldversicherung zu rechnen. Die finanzielle Situation wird laufend geprüft und bei Bedarf werden entsprechende Massnahmen eingeleitet.
Zur weiteren Qualitätsverbesserung ist die Erneuerung von zehn Pflegebetten aus den Jahrgängen 1985 – 1995 vorgesehen. Zudem erfolgen die Modernisierung der Rufanlage und bauliche Massnahmen an den Westbalkonen zur Optimierung des Wind- und Sichtschutzes.
* BESA ist die Abkürzung für «Bewohnende-Einstufungs- und Abrechnungssystem». Das BESA-Modell wird angewendet, um eine präzise, faire und individuelle Einstufung der Pflegebedürftigkeit zu messen. Es erfasst, in welchen Bereichen Bewohnende infolge von gesundheitlichen Beeinträchtigungen Unterstützung benötigen